Goldener Oktober

Hurra!, Hurra!, der Oktober ist endlich da!

Ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber für mich ist und bleibt der Herbst einfach die wunderbarste Jahreszeit.
Bunte Blätter, Morgennebel und angenehme kühle Temperaturen. Herbststürme, strömender Regen und jeder Sonnenstrahl, der zwischendurch das Näschen kitzelt, ist eine wahre Wohltat.
Zeit für Tee in Thermosbechern, für große, flauschige Schals und für Rotwein und Lieblingsbücher auf dem Sofa. Zeit für Aufläufe, Kuchen und heiße Schokolade mit tonnenweise Marshmallows.
Und endlich wieder frühe Abende und lange Nächte, dunkle Tage und niemand, der einen schräg anschaut, wenn man mal wieder etwas niedergeschlagen daherkommt.

Aber ich schweife ab.

Wovon ich euch eigentlich erzählen wollte, ist, warum der Oktober in diesem Jahr auch aus läuferischer Sicht ein Highlight für mich ist.

Im letzten Jahr um diese Zeit saß ich auch schon hier in Leipzig, grade frisch hergezogen, kreuzunglücklich und ordentlich hadernd, ob ich mich für die zehn-Kilometer-Strecke beim Magdeburg Marathon anmelden sollte oder nicht.
Ich hab es am Ende durchgezogen, mehr schlecht als recht, aber bereut habe ich es nicht. Ich wusste nur eins: 2017 will ich eine Revanche!

Seitdem sind nun gut elf Monate vergangen. Ich bin einige Wettkämpfe gelaufen, darunter zwei Halbmarathons, und auch in Magdeburg bin ich in diesem Jahr für die Halbmarathondistanz gemeldet.

Ich habe keinerlei Zweifel, dass ich auch diesen Lauf problemlos hinter mich bringen werde, das einzige, was mich nervös werden lässt, ist mein selbstgestecktes Zeitziel. Aber das ist selbstgewähltes Leid, wie es so schön heißt.

Rund um den Magdeburg Marathon habe ich mir im Laufe des Jahres noch ein paar andere Wettkämpfe gebaut. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dazu kam (ich nehme an, es war eine Mischung aus Euphorie und Blödheit), aber irgendwie hatte ich am Ende für jedes Wochenende im Oktober einen Wettkampf im Kalender.

Die zehn Kilometer, die ich eigentlich am Sonntag in Bremen hatte laufen wollen, habe ich mir aus Gründen der Vernunft und Logistik dann doch gespart (auch wenn ich die Weser verdammt gern mal wiedergesehen hätte), alle anderen Wettkämpfe sind nun aber schon gemeldet – es gibt kein Zurück mehr.

Dieses Wochenende geht es nach Pastetten.
Kennt ihr nicht? Ich bis dato auch nicht, musste selber googeln. Irgendwo rechts von München und recht klein.
Jedenfalls Pastetten – da laufe ich (mal wieder) einen Zehner. Nicht, weil ich besonders große Lust darauf habe, sondern weil mein Trainingsplan eben sagt, ich solle an dem Tag bitte zehn Kilometer in 51 Minuten rennen. Keine Ahnung, ob das was wird, aber ich geb einfach mal mein Bestes und schau, was bei rauskommt.

Klar wäre ich auch gern beim Dünenläufer gestartet, aber den hebe ich mir dann einfach für eines der kommenden Jahre auf.

Nächste Woche ist dann Jork dran. Jork ist ein hübsches kleines Örtchen im Alten Land. Und in Jork findet der Butterkuchenlauf statt.
Eigentlich war das im letzten Jahr nur mal ein Spontaneinwurf im Freundeskreis gewesen, dass das ja eigentlich ganz nett klinge, schon allein wegen Kuchen und so, und dass man ja ohnehin schon lange die Freundin im Alten Land nicht mehr besucht hätte und man das ja prima verbinden könnte mit einem Mädelswochenende – tja, und jetzt bin ich halt mit einer Freundin angemeldet und die anderen freuen sich auf den Kuchen.
Das ist dieses Teamwork, ne?

In der darauffolgenden Woche ist dann endlich Magdeburg dran. Himmel, was vermiss ich diese Stadt!
Und schon wenn ich an den Steckenverlauf des Halbmarathons denke, schlägt mein Herz höher. Wer hätte gedacht, dass ich über sowas mal so freuen könnte…
Ich hoffe einfach, dass bei all dem Vorfreudentaumel auch wirklich alles glatt geht und ich am Ende nicht enttäuscht werde. Dieser Lauf ist mein Jahreshighlight und jeden einzelnen Kilometer, jeden Wettkampf bin ich nur für diesen Tag gelaufen. Jedes Training hab ich nur hierfür absolviert, habe gebissen, wenn es wehtat, habe gekämpft, wenn ich nicht mehr konnte.
Es muss einfach gut werden. Es muss!

Nun ja. Jeder normale Mensch würde sich wahrscheinlich nach seinem Jahreshighlight in die Off-Season verabschieden. Gemäßigter trainieren, zu viel essen, das kommende Jahr planen… – aber was ist schon normal?

Ich versuche also, möglichst nicht direkt nach Magdeburg krank zu werden und tausche die Regeneration gegen eine Taperingwoche, bevor es dann am letzten Oktoberwochenende nach Franken geht.
Kreuzberg50 is calling and I must go. Oder so.
Ich hab noch überhaupt keine Ahnung, wie das so wird, geschweige denn, ob ich es überhaupt über die erste Runde hinaus schaffe.
Das ist am Ende aber auch nicht so wichtig. Ich freu mich einfach darauf, ein paar Leute aus der Lauffilterblase wiederzutreffen und ein paar andere neu kennenzulernen.

Und Bier wurde auch versprochen. Also hey – das wird sicher super!

Der Oktober wird verrückt. Sehr, sehr verrückt.
Ich hoffe, dass mein Körper mitspielt und mit eventuellen Infekten oder sonstigen Mimimis bis November wartet.

Und dann? Mal sehen.
Die Regeneration sollte ich dieses Mal wohl doch etwas ernster nehmen. Auf eine Off-Season hab ich allerdings (noch) keine wirkliche Lust. Das dürfte vor allem daran liegen, dass ich gerade im Herbst und Winter am besten und am liebsten laufe, während ich in den Sommermonaten regelmäßig eingehe.

Darüber kann ich mir aber auch noch in fünf Wochen Gedanken machen. Jetzt heißt es erstmal: fleißig weitertrainieren, bei den Wettkämpfen alles geben und schön gesund bleiben!

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