Anders als geplant

Irgendwie ist dieses Jahr der Wurm drin.

Das Training läuft in den meisten Fällen nicht so richtig an, ich bin untrainiert, krank oder verletzt, und wirklich Lust hab ich mittlerweile auch keine mehr auf irgendwelche Wettkämpfe.
Ich weiß nicht, ob mir diese schlimme Winterlaufserie schon früh im Jahr den Wind aus den Segeln genommen hat, oder ob es „einfach nur“ ein motivationsloses Jahr ist, nach dem es wieder bergauf geht.

Nach dem Marathon bin ich in ein kleines Loch gefallen. Netterweise hatte ich es mir sogar selbst gebuddelt.
Ich weiß eigentlich ganz gut, dass bei mir ohne Plan und Ziel kein so wirklich gutes Training bei rumkommt. Trotzdem hielt ich es irgendwie für eine hervorragende Idee, für die sechs Wochen zwischen dem Marathon und dem Karwendelmarschplan mal dieses „unstrukturierte Training“ auszuprobieren. Also das zu trainieren, worauf ich Lust hab, eine gewisse Krafttrainings- und Yogarroutine zu entwickeln und dann diszipliniert und ehrgeizig wieder in den Trainingsplanalltag einzusteigen.
Tjoah. Satz mit X, das war wohl nix.
Am Ende war ich kaum laufen, schon gar nicht in den Bergen, für Krafttraining und Yoga war drumherum zu viel zu tun und dann und dann und dann…
Ich ärgerte mich immer mehr über mich selbst, wurde aufgrund des fehlenden Trainings immer unleidlicher und unmotivierter und irgendwie lief das alles nicht so wie gewollt.

Pfingstsonntag, einen Tag vor Beginn des Trainingsplans, waren wir dann im Taunus unterwegs. Kleine Feldbergrunde, mal gucken was so geht.
Ging gut, lief relativ fluffig, alles in allem war es ein schöner Lauf. Bis ich kurz vorm Auto irgendwie irgendwo hängenblieb und mich krachend auf’s Maul legte.
Super.
Knie lädiert, diverse Körperteile aufgeschrammt, mehrere blaue Flecken gesammelt – keine halben Sachen!

01-1

Pünktlich in den Trainingsplan einsteigen? Mmh, nee. Das hatte sich damit erledigt.
Am nachfolgenden Wochenende ging es bereits nach Grainau zum ZUT und bis dahin hielt ich die Füße still. Eine kurze Laufrunde vor Ort zeigte, dass das nicht die schlechteste Idee war. Die Schmerzen waren schon besser geworden, bergauf zu laufen war aber eher schwierig. Eine Wanderung zur Höllentalangerhütte ein paar Tage später hingegen steckte ich beinahe schmerzfrei weg. Beinahe, weil ich es für eine ausgezeichnete Idee hielt, unterwegs mal kurz auszurutschen und mit dem verletzten Bein zu bremsen.
Wie so’n Profi.

Nachdem wir wieder zu Hause waren, ging es öfter mal auf’s Ergometer, kleinere Laufrunden waren auch drin, und ich versuchte (mal wieder) ein tägliches Krafttraining zu integrieren.
Das lief auch alles soweit ganz gut. Bis zum 2. Juli.
Da habe ich auf einem Konzert meinem Image als Bruchpilotin alle Ehre gemacht, bin irgendwo hängengeblieben, gestolpert und … natürlich auf’s lädierte Knie geknallt.
Tat höllisch weh, hat die ganze Geschichte aber scheinbar nicht groß verschlimmert. Ich musste danach auch nicht so lange pausieren wie nach dem ersten Sturz, worüber ich sehr froh bin. An eine Einhaltung des Trainingsplans war dennoch nicht zu denken.
Ich ging wieder zum Yoga, ich wanderte, ich erkältete mich, ich lief wieder kürzere Strecken. Trotzdem bin ich von den nötigen Trainingsumfängen sehr weit entfernt.

Nächstes Wochenende steht der nächste Wettkampf an, die Walser Trail Challenge, auf die ich mich seit Anmeldebeginn sehr freue. Aktuell bin ich aber alles andere als selbstbewusst und ich hoffe, dass dabei alles gut geht.
Seit dem ersten Sturz habe ich vor Downhillpassagen mächtig Respekt, der sich leider auch schon das ein ums andere Mal zu Angst und Panik verstärkt hat, wogegen ich dann nichts tun konnte. Glaubt mir, es gibt echt schönere Dinge, als zitternd mitten auf dem Weg zu stehen und nicht vor und nicht zurück zu können.
Zum anderen hab ich in den letzten Wochen (und Monaten!) nicht die Bergerfahrung sammeln können, die ich gerne gesammelt hätte und das wurmt mich schon sehr.

Es bringt ja nunmal aber auch nichts, sich über die Dinge zu ärgern, die nicht so gelaufen sind wie geplant. Deshalb versuche ich nun mein bestes, nicht nur das Lauftraining wieder zu intensivieren, sondern auch das Mentaltraining ein bisschen ernster zu nehmen.
Mimimi bringt mich nicht weiter und immer nur an die schlimmen Dinge zu denken ist auch wenig zielführend. Was bringt mir ein „Ich geh mal laufen, vielleicht bleibe ich sogar schmerzfrei.“, wenn ich genauso gut mit einem „Ich geh mal eine Runde locker laufen, das tut mir jetzt gut.“ an die Sache herangehen kann?

Ich kann nichts mehr daran ändern, dass die ersten sechs Wochen des Trainingsplans einfach Murks waren.
Aber ich kann ziemlich viel dafür tun, die nächsten sechs Wochen so gut wie möglich zu nutzen, den Trainingsplan nach bestem Wissen und Gewissen zu befolgen und dann den Karwendelmarsch zu genießen – und das klingt für mich nach einem durchaus realistischen Trainingsziel.

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