Sie läuft und läuft und läuft…

…und läuft und läuft und läuft.
Also meine Nase.
Ich nicht. Ich bin nur zur Apotheke gelaufen und wieder zurück und das hat dann auch schon wieder gereicht für heute.

Mein Körper verzeiht mir viel. Sehr viel. So richtig, richtig, richtig viel. Übermäßiges Training, überbordenden Stress, seltsame Ernährungsgewohnheiten – alles noch im Rahmen, alles irgendwie vertretbar.
Gerade zeigt er mir aber wieder, dass es eine Sache gibt, die er gar nicht abkann, und das ist zu wenig Schlaf.

Seit dem Jahreswechsel habe ich gegen Halsweh, Schnupfen und ihre Freunde angekämpft und ich hatte immer ein bisschen die Oberhand behalten können. Nun hatte ich aber diese Woche in zwei Nächten ein biiiiisschen zu wenig Schlaf und seit dem geht hier gar nichts mehr.
Im Laufe eines Tages wurde aus einem Halskratzen eine fette Erkältung und nun sitze ich hier zwischen Hühnernudelsuppe, Büchern, heißer Schokolade und Taschentuchbergen und schlürfe meinen Tee.

Morgen stünde der zweite Teil der Winterlaufserie an, die Teilnahme kann ich mir so natürlich an den Hut stecken.
Bin ich deshalb traurig? Nö.
Mir hatte schon der erste Teil im Dezember nicht sonderlich gut gefallen. Die Orga, die Veranstaltung, der Ablauf, nichts davon hat großartig Sympathien wecken können. Einzig das Wetter war ganz nett.
Nun liegt in den Isarauen Schnee, logisch, und laut Fotos sind die Wegverhältnisse bescheiden. Da, wo der Schnee nicht knöchelhoch liegt, ist er plattgefahren und stellenweise blitzt Eis durch. Nun hat Tauwetter eingesetzt, es soll regnen und dadurch eine hübsche Mischung aus Schneematsch, Eis und Schlamm zu erwarten sein. Vor allem für die Starter der hinteren Welle wird das alles andere als spaßig und mir das mit einem noch nicht ganz auskurierten Knie für siebzehn Kilometer anzutun, nein, darauf hätte ich auch ohne dicken Kopf wenig Lust. Da fahr ich lieber mit dem Laufmotivator in den Schnee (oder bleibe, Stand jetzt, einfach im Bett und steh nur auf, um mich in Erkältungsbad zu versenken).
Hinzu kommt, dass die Veranstalter sich natürlich vorbehalten, den Lauf morgen früh noch kurzfristig abzusagen. Naja, wie ich schon sagte: Nö.
Den Halbmarathon Ende Februar, den nehm ich dann wieder mit. Ist schließlich bereits bezahlt.

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Schlafen, Tee, Badewanne, Suppe… Ich denke, da wird mir morgen die Decke auf den Kopf fallen und ich hoffe daher trotz allem sehr, dass ich morgen fit genug bin, um wenigstens irgendeinen kleinen Ausflug zu unternehmen.
Klar, am liebsten würde ich zu einem Langlaufversuch oder einer Schneeschuhwanderung aufbrechen, aber ich will in dieser Saison mehr auf meinen Körper hören und mehr auf mich achten.
Trainingspläne sind an sich eine schöne Sache, aber ich muss mir dringend abgewöhnen, sie als starres und unveränderliches Konstrukt zu betrachten und mehr danach gehen, wie es mir geht und wofür ich meine Kräfte gerade am besten nutzen kann. Wenn Intervalle gefordert sind und ich zu erschöpft bin, trabe ich eben langsam vor mich hin und wenn ich lockere zehn Kilometer auf der Agenda habe, aber die Energie einer Gruppe Kindergartenkinder auf Zucker, dann wird es eben ein Tempodauerlauf oder ein Fahrtspiel.
Ich glaube, wenn ich auf diese Weise trainiere, schaffe ich es trotz schlechter Tage im Training zu bleiben und werde in der Lage sein, entsprechende Leistungen abzurufen, wenn es drauf ankommt.

Das ist ja auch ein bisschen das Schöne an dieser Erkältung: Ich kann die Umsetzung dieser Einstellung direkt üben.
Klar, es fällt schwer, grade wenn man sich bewegen will und doch ruhen muss. Aber das Training lief so gut an und ich habe dieses Mal viel schneller als sonst verstanden, dass ein, zwei oder auch drei Tage Regeneration mir viel mehr nützen, als ein stures Weitertrainieren, das am Ende vermutlich mehr kaputt macht, als dass es mir hilft.

#allevernünftig eben.

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