Auf und nieder, immer wieder

Erster Augusttag.
Draußen sind ungefähr eine Milliarde Grad und der Trainingsplan erzählt mir was von Woche 9 von 12. Dabei gibt es noch so viel zu tun.

Die vergangenen acht Wochen waren ganz schön schrecklich und doch schrecklich schön. Ich habe eine Menge über mich gelernt, auch nicht so schöne Dinge, und ich glaube, dass mich das auf einen ziemlich guten Weg gebracht hat.
In den vergangenen acht Wochen bin ich knapp 400 Kilometer gelaufen. Das ist ganz schön viel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich fast zwei Wochen gar nicht richtig laufen konnte.
Unfassbar.

Auf der einen Seite bin ich stolz, erstaunt, glücklich, fasziniert, was mein Körper leisten kann. Auf der anderen Seite habe ich aber auch gemerkt, an welchem Punkt ich an meine Grenzen komme. Irgendwann wollte der Körper nicht mehr so richtig, alles war nur noch Schwäche und Müdigkeit, ich war ausgelaugt und komplett am Ende. Das lag nicht nur am Training, nein. Es ist einfach generell zu viel, was in den letzten Wochen um mich herum passiert und auf mich eindrischt.
Darüber werde ich vielleicht an anderer Stelle nochmal berichten.

Jedenfalls waren die Rahmenbedingungen für das Ultratraining wirklich nicht die besten. Und trotzdem.
Trotzdem habe ich es geschafft, immer wieder zu trainieren und immer weiter zu laufen. Dazu habe ich vermutlich in zwei Monaten mehr Höhenmeter gesammelt als zuvor in meinem ganzen Leben. (Das ist nicht wirklich schwer, wenn man im Flachland wohnt, ich weiß. Trotzdem!)

Was mir auch in den letzten Wochen bewusst wurde: Ich habe hier alles richtig gemacht.
Sich für den Wald und gegen die Straße zu entscheiden, war der richtige Gedanke, auch wenn das nun bedeutet, dass ich etwas weiter laufen muss als „nur“ Halbmarathon.
Natürlich bin ich längst nicht so schnell, wie ich es gern wäre und mein Körper erinnert mich liebend gern daran, dass von der Kraft, die ich mal hatte, nicht mehr wirklich viel geblieben ist, aber das Hochgestapfe und Runtergehüpfe… Das fetzt!

Zudem tut es so unendlich gut, viel und lange draußen unterwegs zu sein, zum Teil sogar auf Wegen, auf die sich keine Klassenreisen und Turnschuhtouristen verirren.
Der Wald belebt und stärkt so sehr, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
Und wie schön dieses Draußen einfach ist!

Ich kann wohl sagen:
Es ist Stress, einen so vollgepackten Trainingsplan in ein vollgepacktes, wackliges Leben zu stopfen, doch gleichzeitig ist es die beste Stresslinderung, mit dem Laufmotivator den halben Sonntag durch die Berge zu laufen und wieder aufzutanken.

Es muss wohl manchmal erst schlimm werden, damit es merklich besser werden kann.

2 Kommentare zu „Auf und nieder, immer wieder“

    1. Es ist wirklich entschleunigend! – und das nicht nur, weil ich so eine lahme Ente bin. 😅
      Ende August geht’s zum Karwendelmarsch. Die Nervosität steigt mit jedem Tag!

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