Vermaledeites Draußenweh

Wenn viel passiert, ist es hier irgendwie besonders still.
Aber gut, das liegt wohl auch daran, dass mir Kreativität und Wortschwall schnell mal abhandenkommen, wenn zu viel ansteht und zu viel den Kopf blockiert.

Die letzten Wochen bin ich viel gelaufen, wenn auch nicht so viel, wie ich gern gewollt hätte, wir waren im Urlaub und nun sind es nur noch drei klitzekleine Tage bis zum Halbmarathon beim Magdeburger Elbe-Brücken-Lauf.

Wirklich gut vorbereitet fühle ich mich nicht und das geht weit übers übliche Tapering-Mimimi hinaus.

Zu oft habe ich Einheiten geschoben, zu wenig habe ich an Kraft, Stabilität und Flexibilität gearbeitet, zu selten hatte ich wirklich den Kopf frei.

Ich trainiere gerne nach Plan, besonders seit ich gemerkt habe, dass mich das schon echt flink werden lässt – aber dieses Mal habe ich zu viele andere Dinge gefunden, die mir mehr Spaß bringen.

Allein in den zwei Wochen Urlaub bin ich fast 130 km gelaufen, zwei Läufe davon waren länger als Halbmarathon-Distanz. Das stand so bei weitem nicht im Plan, aber Dänemarks Wälder, Strände und Dünen sind einfach viel zu anziehend, als dass ich sie ungelaufen hätte lassen können.
Dasselbe gilt für die beiden Bergläufe, die ich mir in die Vorbereitungszeit gemogelt habe und von denen vor allem der Erste noch Tage später verdammt weh tat.

All diese Dinge waren vielleicht dem Halbmarathontempo nicht gerade zuträglich und ja, vermutlich hätte ich lieber brav Intervalle und Fahrtspiele laufen sollen – aber ich hatte einfach Bock auf Natur und lange Läufe und ich habe gemerkt, dass vor allem diese Einheiten mich nachhaltig glücklich gemacht haben.

Mir fällt es schwer, mich mit einem „Scheiß drauf, Sub2 reißt du irgendwie und dann geht’s endgültig ins Ultratrailtraining!“ abzufinden. Sehr schwer.
Ändern kann ich es jetzt aber eben auch nicht mehr, der Drops is‘ jelutscht, wie man so schön sagt.

Ich freue mich immer noch enorm, am Sonntag durch die Parks meines alten Zuhauses und an der Elbe entlanglaufen zu dürfen, doch ein bisschen mehr freue ich mich darauf, dass der Halbmarathonspuk danach erstmal vorbei ist und ich die viele stupide Asphalttrampelei und Rundenrennerei gegen möglichst viele Berg-Wald-Natur-Einheiten tauschen kann.

…und dann wollen wir doch mal sehen, wie weit mich diese Beine tragen!

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