7. Altländer Butterkuchenlauf

Am vergangenen Sonntag fand in Jork der Altländer Butterkuchenlauf statt. Ich hatte von dem Lauf durch Zufall im vergangenen Jahr erfahren und war sofort begeistert. Ob es am Wort „Butterkuchen“ lag? Ich weiß es nicht – aber es ist sehr wahrscheinlich.

Da in Jork eine Freundin aus Studienzeiten wohnt (und eine kleine Pension betreibt, die ich sehr empfehlen kann), beschloss ich, das Angenehme mit dem sehr Angenehmen zu verbinden und meldete mich kurzerhand an.

War am Samstag nebelbedingt noch nicht wirklich viel von der Gegend zu sehen (wer glaubt, in Norddeutschland können man aufgrund fehlender Berge heut schon sehen, wer übermorgen zu Besuch kommt, sollte mal im Herbst dort hin fahren), waren für Sonntag doch „wunderbar“ warmes und sonniges Wetter angekündigt.
Wer mich kennt, weiß, warum ich das in Anführungszeichen setze.
Ich liebe die Sonne und ich liebe den Herbst – aber mit Temperaturen jenseits der 20°C kann ich schon im Sommer nichts anfangen, geschweige denn Mitte Oktober.

Der Startschuss sollte um die Mittagszeit fallen, es war also genug Zeit auszuschlafen, alles zusammenzusuchen und die Startunterlagen abzuholen.
Ich hatte mit der Anmeldung ein T-Shirt bestellt und war meinem Vergangenheits-Ich selten so dankbar wie in diesem Moment, denn ich war natürlich mal wieder viel zu warm angezogen.

Ich mag es nicht, wenn zu viel Haut unbedeckt ist und so stand ich da bei gefühlt 25°C in der Sonne mit einem Top und einer Jacke rum. Eine Zusammenstellung, in der ich rückblickend vermutlich nach zwei Kilometern einen Hitzschlag erlitten hätte.
Das Butterkuchenlauf-Shirt war etwas zu groß, aber immerhin nicht langärmlig und schon beim Einlaufen merkte ich, dass es die absolut richtige Entscheidung gewesen war. Es war warm, mein Puls war am Anschlag und ich wusste, dass ich mein Primärziel würde vergessen können.

Angemeldet war ich für die 6,5-km-Strecke. Ich hatte mir im Voraus die Ergebnislisten des vergangenen Jahres angesehen und grob überschlagen, dass ein fünfter Platz bei den Damen und eine Zeit unter 34 Minuten durchaus drin sein dürften.
Während ich mich aber warm lief und da schon merkte, dass der Lauf verdammt anstrengend werden würde, beschloss ich, mich auf mein Sekundärziel zu konzentrieren – Sub35 und Top 10.

Im Startfeld reihte ich mich relativ weit vorne ein und als der Startschuss ertönte, rannte ich direkt los. Ich ließ alles außer Acht, was ich in meiner bisherigen „Läuferkarriere“ gelernt hatte – langsam loslaufen, gleichmäßiges Tempo, vorsichtig sein, Atemrhythmus den Schritten anpassen – und ballerte einfach.

Nach den vorangegangenen Trainingsläufen war ich relativ sicher, dass ich über die Strecke durchaus einen 5:00er- bis 5:10er-Schnitt würde halten können und ich setzte von Anfang an alles daran, dieses Tempo zu erreichen.

Auch wenn ich mit der Hitze mächtig zu kämpfen hatte und mir zwischendurch immer mal wieder Sterne vor den Augen tanzten, genoss ich dir Strecke, die über Rad- und Feldwege und durch die Obstplantagen der umliegenden Ortschaften führte.

Dann, nach ungefähr fünf Kilometern, begannen die Krämpfe. Ich kannte die schon vom Isar-Lauf und schickte Stoßgebete, dass sie nicht schlimmer werden würden – vergeblich. Alles zog und zerrte, ich schnappte nach Luft und als dann das Führungsfahrrad der 12,5-km-Läufer klingelnd an mir vorbeifuhr, kam noch Seitenstechen hinzu und ich musste eine Gehpause einlegen. Schon wieder.

Genervt und frustriert versuchte ich, den Schmerz wegzuatmen, lief langsam wieder an und konnte auch relativ schnell beschleunigen. Die beiden Damen vor mir, die ich vorher fast eingeholt hatte, waren nun aber unerreichbar für mich und ich ließ sie ziehen.

Die letzten 500 Meter lief ich mehr schlecht als recht gen Zielbogen. Dort stand zum Glück Rebecca und feuerte mich an, sodass ich nochmal alles mobilisieren konnte und tatsächlich unter 35 Minuten blieb.

Im Ziel holte ich mir erstmal Wasser – ich konnte gar nicht so schnell trinken, wie ich schwitzte – und dann das verdiente Stück Butterkuchen. Kuchen ist einfach eine tolle Medaille!

Kuchenmedaille

Ich glaube, das war mein bisher härtester Wettkampf. Der Puls war von Anfang an am Anschlag, die Beine waren schwer und müde und die Temperaturen haben mir unglaublich zu schaffen gemacht.

Trotzdem bin ich echt stolz auf mein Ergebnis, ich bin neunte Frau geworden und hatte ein großartiges Wochenende im Alten Land. Zudem hat mir der Lauf ziemlich viel Sicherheit für Magdeburg verpasst, weiß ich doch jetzt, dass ich durchaus auch schnell laufen kann, auch über längere Strecken.

Das wird mir sicher nichts von meiner Nervosität nehmen, aber vielleicht rettet es mich am Sonntag unterwegs, wenn ich mal wieder an mir zweifeln sollte.

2 Kommentare zu „7. Altländer Butterkuchenlauf“

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