Wettkampfleerer Raum

Sowas wie luftleer, nur schlimmer.

Der Rennsteiglauf ist nun schon beinahe einen Monat passé und so langsam macht sich die Langeweile breit.

Mir fehlt ein Ziel.

Das ist ziemlich verrückt, da ich ja früher auch nie auf Wettkämpfe hintrainiert hab. Ich bin einfach gelaufen und wenn ein Wettkampf in naher Zukunft beworben wurde, habe ich mich angemeldet und bin halt mitgelaufen.

Momentan fällt mir das Training aber alles andere als leicht. Vermutlich ist das einfach so, wenn man drei Monate nach Plan trainiert hat und auf einmal alleine loslaufen soll. So, als wäre man jetzt eine Weile mit Stützrädern gefahren und dann nimmt die jemand ab – und es geht erstmal schief.

Zu den paar (viel zu kurzen) Läufen der letzten drei Wochen konnte ich mich tatsächlich nur aufraffen, weil ich wusste, dass sie mir und meinem Kopf gut tun würden. Aber sonst?
Die langen Läufe fehlen mir am allermeisten, ich hab das Gefühl, nicht mehr großartig über 10 Kilometer kommen zu können und den Plan, vor meinem 25. Geburtstag die 25-Kilometer-Marke zu knacken, habe ich (primär aus Zeitgründen) auch schon wieder fast vollständig begraben.

Tja. Was heißt das jetzt? Genau; ein neues Ziel muss her.
Oder besser gesagt ein Zwischenziel für den Sommer, denn mein Jahreshighlight ist bereits gemeldet: der Halbmarathon in Magdeburg im Oktober, den ich gern in unter zwei Stunden schaffen würde. 21 km durch die wundervolle Domstadt, mein altes Zuhause, immer entlang meiner geliebten Elbe. Was will man mehr?

MDHM17

Aber bis dahin ist es leider noch ein Weilchen und ich überlege schon länger, für welchen Quatsch ich mich in der Zwischenzeit noch so anmelden könnte.

Im August zum Beispiel, da findet zum wiederholten Male die Marathon-Nacht in Rostock statt. Das wäre doch eine wunderbare Gelegenheit, mal zu testen, wie ich einen Halbmarathon im flachen Gelände so vertrage.

Der Laufmotivator hingegen hat letztens ein Z, ein T und ein C in den Raum geworfen und ein bisschen reizt mich der Gedanke ja schon, nochmal durch die Natur und nicht wieder durch die Stadt zu traben. Was mich hier zurückhält ist die Tatsache, dass ich mit Bergen eigentlich nicht so wahnsinnig viel anfangen kann. Liegt wohl daran, dass meine letzten (und ich glaube auch einzigen) Begegnungen mit „richtigen“ Bergen jetzt nicht so wahnsinnig positiv verliefen…

Ich erinnere mich da zum einen an den Teide auf Teneriffa, auf dem ich fast umkippte, weil ich kaum noch Luft bekam und einfach völlig fertig war. So saß ich schlecht gelaunt da oben an der Station der Seilbahn und wartete auf die umherwandernden Familienmitglieder.
Zum anderen war da der Österreichurlaub, den ich als wandelnde Antimotivation verlebte. Ich war ein zickendes Pubertier ohne Kondition oder Kraft und Bock auf Kühe, Blumen und aussichtversperrende Felsbrocken hatte ich gleich gar nicht.

Nun ist das beides zwar schon ein Weilchen her, meine Grundeinstellung zu allem, was 1.141 Meter an Höhe übersteigt, ist aber immer noch maßgeblich von diesen „Erlebnissen“ beeinflusst und hat sich in den letzten acht oder neun Jahren nicht wirklich geändert. Wie auch.

Kurz: Ich muss ich mir das wohl alles erst nochmal vor Ort angucken, so ganz in Ruhe.
Praktisch, dass der Laufmotivator am Wochenende ein Ründchen ums Zugspitzmassiv drehen will und ich als Lachgummiverteiler und Vomstreckenrandjubler engagiert wurde. Da hab ich viel Zeit, mich mit der Materie zu befassen.
Vielleicht mag ich die Berge ja danach ein bisschen mehr.

Jetzt, wo ich eine Kamera hab.
Jetzt, wo ich nach drei Schritten noch lange nicht außer Atem bin.
Jetzt, wo ich gerne draußen bin.

Und danach kann ich dann vielleicht (hoffentlich) endlich mal eine Entscheidung fällen, wann und wo und wie ich meinen sommerlichen Überbrückungshalbmarathon oder Überbrückungszehner laufen möchte – um dann endlich wieder einen Trainingsplan zu erstellen, einen richtigen, vollgepackten Plan mit einem Ziel am Ende, und um mich dann endlich wieder aufzuraffen, mehr und kontrollierter zu trainieren.

Sonst werd ich hier noch bescheuert.

Ein Gedanke zu „Wettkampfleerer Raum“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: