Sonne? Scheint!

Das erste Drittel des Trainingsplans ist bereits rum. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Und wo ginge das besser als hier? Immerhin hab ich den Blog ja für genau solchen Schmarrn angelegt.

Nun, wie gesagt. Das erste Drittel ist geschafft. Vier Wochen Trainingsplangedöns liegen hinter mir, bis zum Halbmarathon sind es noch knapp acht Wochen.
Es lief gut bisher. Sogar fast ein bisschen zu gut für meinen Geschmack, um ehrlich zu sein.

Ich bin wirklich jede einzelne Einheit so gelaufen, wie sie im Plan steht.
Zugegeben, ich bin meist ein paar Minuten länger gelaufen und ab und zu musste ich ein Training auf den nächsten Tag verschieben. Aber richtig ausgefallen ist keine einzige Laufeinheit und ich bin schon ein bisschen stolz auf mich, da die Einhaltung von Plänen normalerweise so gar nicht in meiner Natur liegt.

Vier Wochen und 131 km später sitze ich nun hier und freu mich vor mich hin, dass das alles so wunderbar funktioniert. Klar, ich hab oft Tage, da komm ich von der Arbeit und möchte einfach nur noch schlafen. Essen und schlafen und lesen und mit dem Laufen nix zu tun haben. Aber selbst dann schnür ich halt einfach die Schuhe und probiere, was geht. Geschadet hat es bisher noch in keinem einzigen Fall.
Tatsächlich bin ich auch erstaunt bis überrascht, dass dieses Training nach Plan mir richtig was zu bringen scheint.
„Damals“ in Magdeburg bin ich ja zumeist einfach losgerannt und wenn ich nicht mehr konnte oder der Rundkurs an meiner Elbe vorbei war, bin ich eben heim gelaufen. Dass ich da immer am Maximum gelaufen bin und das bei jeder Einheit, das war mir halt wurscht.
Jetzt aber merke ich erstmal, was ich so alles schaffen kann, wenn ich mal ein wenig kontrollierter trainiere. Ich komme mittlerweile mit demselben Puls in derselben Zeit ein ganzes Stück weiter und auch der Muskelkater und die bühnenreife Präsentation des sterbenden Schwans an jeder roten Ampel ziehen sich langsam aus meinem Leben zurück.

Das Laufen in Leipzig ist immer noch keine wirkliche Gute-Laune-Sache für mich, aber wir haben jetzt erstmal Waffenstillstand vereinbart. Ich hab ein bisschen Wasser und ein paar Bäume gefunden und sowas wie Höhenmeter und jetzt lauf ich hier halt, weil mir nichts anderes übrig bleibt.
Umso mehr freue ich mich dann natürlich, wenn ich mal woanders bin und dort laufen kann. Manchmal sogar da, wo großes Wasser fließt. Dank Dienstreise hatte ich das Glück, ein kleines Stück der Isar in einen sonnigen Morgenlauf zu integrieren und an der Elbe war ich auch nochmal. Wenn auch in Radebeul statt in Magdeburg.

Da kommt es mir doch sehr entgegen, dass mein geschätzter Freund und Laufmotivator noch laufbekloppter ist als ich und mich nicht nur aus der Komfortzone sondern auch mal aus Leipzig rausholt.
Da er in Radebeul am Treppenmarathon teilnehmen „will“, kann ich ihn immer mal an die Elbe komplimentieren. (Wer denn einmal nachlesen möchte, wie sehr man beim METM-Training leidet, kann das gerne hier tun. Während ich mich an der Elbe entlanggrinste, haben zwei Drittel der KCHNCRW-Seilschaft fleißig fluchen und Kuchen essen trainiert.)

Gestern waren wir mal wieder auf dem Brocken. Verrückt, schon das zweite Mal dieses Jahr und dann in so kurzem Abstand – das ist mir auch noch nie passiert. Und dann hatten wir auch noch gutes Wetter und einen tollen Ausblick. Noch eine Premiere. Und warm war das! Warm!

Der Muskelkater heut zeigt mir dann auch, dass ich dringend mehr Anstiege trainieren muss. Also weiter Hügelchen laufen. Rauf-runter-rauf-runter-rauf-runter-rauf-runter-rauf… Huiii. Vielleicht sollte ich auch einfach mal dorthin fahren, wo ich ein paar Steigungen und ein bisschen mehr Wald laufen kann. Wenigstens mal testweise.

Ich bin wirklich guter Dinge, dass ich den Plan weiter so gut einhalten kann. Derzeit bin ich bei etwas über 30 km pro Woche und die lassen sich zeitlich immer irgendwie unterbringen. Wenn es gut läuft, häng ich ein paar Minuten dran, wenn es mal nicht so laufen sollte, muss ich halt verkürzen. Ersteres ist mir natürlich auch für die kommenden Einheiten sehr viel lieber.
Vielleicht sollte ich wirklich auch feste Kraft- und Dehnungseinheiten in den Plan integrieren. Mir genau eintragen, an welchem Tag ich welche Übungen in welchem Zeitumfang trainieren sollte und möchte. Ich tue mich nämlich momentan recht schwer damit, ein bisschen was für meine Schultern, Knie und den Rücken zu tun und wenn ich mich jetzt an das Laufen nach Plan gewöhnen konnte, klappt das vielleicht auch hierfür. Und das mit der Ernährungsplanung könnte ich dann vielleicht auch direkt nochmal ausprobieren…

Einen Versuch ist es jedenfalls wert.

5 Kommentare zu „Sonne? Scheint!“

  1. Dein Eintrag weckt in mir den Wunsch tatsächlich auch einmal nach Trainingsplan zu laufen. Sollte ich mal. Müsste ich mal. Meinen ersten HM letztes Jahr habe ich zwar ohne gepackt, doch da wäre noch mehr gegangen. Immer am Limit scheint ja nicht das Wahre zu sein. Ich bin gespannt, wie sich dein Training weiterentwickelt!

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    1. Vielen Dank!
      Ich weiß nicht, ob ich ohne Plan auf eine solche Distanz kommen würde. Für mich ist die 21 doch recht respekteinflößend. Zudem muss ich sagen, dass mir der Plan wirklich gut tut und mich die Mischung aus schnellen und langsamen Einheiten zwar am Anfang genervt hat (gerade die langsamen Sachen), aber wenn man dann nach kurzer Zeit schon einen positiven Trainingseffekt verzeichnen kann, macht man auch gern weiter.

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  2. Das hört sich doch wirklich sehr gut nach Plan an. Schön, wenn der funktioniert und man gut damit zurechtkommt. Ich habe in meinem immer Yoga und Stabilisations-/Athletikeinheiten drin stehen. Das erleichtert es mir, auch nichts zu vergessen oder zu unterschlagen. Kann ich ebenfalls nur empfehlen…

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    1. Ich werde mir die zusätzlichen Einheiten auch weiter notieren. Es fällt mir einfach leichter, mich zu einer Übung aufzuraffen, wenn sie in einem Plan steht, habe festgestellt. Schön, dass das nicht nur mir so geht!

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