Mach’s gut, planloses Rumgestolper

Es ist Februar. Genauer gesagt der 28. Februar.

Und gestern… Gestern startete mein Trainingsplan für meinen ersten Halbmarathon.

Bescheuert.
Das denk ich mir immer noch.
Bescheuert muss ich gewesen sein, zuzustimmen. Ich wollt das nicht. Ich wollt sowas nie laufen. Und dann hab ich mich doch reinquatschen lassen. (Ich berichtete ja bereits.)

Nun, seit gestern also Trainingsplan.
Ich lächle ein wenig müde, wie ich gestehen muss.
Warum?

Naja… In vorangegangenen Posts schilderte ich bereits, dass ich so meine Probleme habe, mich an Trainingspläne zu halten. Vor allem langfristig.
Dieses ganze Zeugs mit Fahrtspiel und Intervallen und auf HF achten und langsam laufen und so Kinkerlitzchen… Äh. Kann man machen. Man. Ja. Aber ich? Muss das wirklich sein?
Andererseits hab ich ja aber auch keine Ahnung vom Laufen und bin blutige Anfängerin und dennoch… dieses Plangedöns… Ihr merkt schon, da ist ganz viel Motivation mit am Start.
Schon klar, es gibt Läufer, die brauchen die Pläne, brauchen ihr Ziel vor Augen und Etappen bis dahin, damit sie auch im Training bleiben.
Vielleicht liegt es an mir, vielleicht nehm ich die Distanz auch trotz aller Angst einfach nicht ernst genug. Ich weiß es nicht, jedenfalls beäuge ich meinen Plan für die kommenden zwölf Wochen doch noch recht argwöhnisch.

Denn ich weiß ja, dass ich laufen kann. 10, 13, 15 km – warum nicht auch 21? Klar, ich wollte das nie, darüber hab ich jetzt oft genug gejammert. Aber eigentlich kann das doch so schwer nicht sein? Außerdem ist mir ins Hirn gepflanzt worden, dass ich da eh mit keiner guten Zeit zu rechnen brauche. (Wie auch. Da soll’s ja hügelig sein. Habt ihr mal versucht, in Leipzig Höhenmeter zu kriegen? Ja, genau.)
Klar werde ich da eine persönliche Bestzeit laufen. Das ist aber halt auch nicht schwer, so beim ersten Lauf über die Distanz.

Immerhin konnte ich den Plan abändern. Bis vor drei Wochen stand da nämlich noch „Halbmarathon-Trainingsplan – Zeitziel: Ankommen“ auf der Agenda.

Entschuldigung? *pustet imaginären Pony aus der Stirn*
Da steht drin, dass man zwischendurch immer wieder gehen soll! SOGAR BEIM WETTKAMPF! Nö. Nönönönönö und nochmals Nö.
So haben wir nicht gewettet.

Zum Glück lief das Jahr bisher verdammt gut, was das Training angeht.
Ich bin vielleicht nicht so flink wie sonst unterwegs, dafür aber mit sowas wie einem Plan und damit bin ich seit Januar tatsächlich nicht nur mehr sondern auch regelmäßiger und vernünftiger gelaufen als jemals zuvor. Tatsächlich laufe ich wohl sogar fast ein wenig zu viel und der Laufmotivator hat seine liebe Not damit, mich zu bremsen, damit ich mich nicht überlaste.

Daran war ja Anfang Januar noch gar nicht zu denken und als endgültig feststand, dass ich diesen komischen langen Lauf da im Mai bestreiten würde, war ich noch nicht wirklich im Training angekommen. Alles war anstrengend, ich war unzufrieden, der Kopf war voll. Aber nach den letzten Wochen wurde immer klarer, dass der Ankommen-Plan dann doch Quatsch sein würde bei dem, was ich leisten kann und es wurde entschieden, dass ich ruhig auch mit dem 2-Stunden-Plan trainieren kann.
Dass ich den Rennsteiglauf nicht in zwei Stunden bewältigen werde, ist mir durchaus bewusst. Aber die Trainingsumfänge gefallen mir soweit ganz gut und der erste Lauf gestern klappte auch wunderbar.
Und vielleicht stehe ich den kommenden zwölf Wochen nun doch nicht mehr ganz so argwöhnisch gegenüber. Vielleicht freue ich mich sogar ein bisschen darauf.

2 Kommentare zu „Mach’s gut, planloses Rumgestolper“

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